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Mit dem Skalpell gegen extremes Übergewicht

Mediziner weisen zum Aktionstag am 25. Mai auf die Risiken der zunehmenden Adipositas-Erkrankung hin/ In der Ortenau rund 8.000 Menschen betroffen/ Telefonhotline zum Aktionstag

Dr. Bernhard Hügel, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie am Ortenau Klinikum in Offenburg

Offenburg, 17. Mai 2016 – Immer mehr Menschen leiden an massivem Übergewicht. Die von Medizinern als Adipositas bezeichnete Erkrankung betrifft nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aktuell weltweit rund 600 Millionen Menschen. In Deutschland ist inzwischen fast jeder vierte Erwachsene stark übergewichtig. Experten sehen einen weiteren Anstieg voraus.

„Massives Übergewicht ist eine eigenständige Krankheit, die zudem schwerwiegende Begleiterkrankungen wie Diabestes, Bluthochdruck, Schlaganfall, Herzinfarkt und sogar Krebs nach sich ziehen kann“, sagen Dr. Bernhard Hügel und Professor Dr. Uwe Pohlen vom Ortenau Klinikum in Offenburg. Viele Betroffene wollten das auch heute noch nicht akzeptieren oder unterschätzten die Risiken einer Adipositas Erkrankung, so die beiden Chefärzte der Klinik für Allgemein-, Viszeral-, und Gefäßchirurgie, anlässlich des „European Obesity Day 2016“. Mit einem Aktionstag „Save-A-Life“ am 25. Mai wollen Adipositas-Experten in ganz Deutschland über die gesundheitlichen Gefahren des massiven Übergewichts und die Behandlungsmöglichkeiten informieren.

„Die derzeit einzige wirklich effektive Therapie der Adipositas ist die Operation“, betont Dr. Hügel, der mit zwei weiteren Ärzten das Behandlungsteam im Adipositas-Zentrum am Ortenau Klinikum in Offenburg bildet. Seitdem die Chirurgische Arbeitsgemeinschaft Adipositaschirurgie (CAADIP) 2008 eine Leitlinie „Chirurgie der Adipositas“ herausgegeben hat, bestehen klare Vorgaben über die zu erfüllenden Kriterien für einen Eingriff, die Kostenübernahme durch die Krankenkassen und die Nachbehandlung.

Grundlage ist der Body-Mass-Index (BMI). Die Messzahl zur Einschätzung des Körpergewichts wird ermittelt, indem man das Gewicht durch die Größe im Quadrat teilt. Auch eventuelle Begleiterkrankungen spielen eine Rolle. So sieht die Leitlinie eine Operation als sinnvoll an, wenn ein BMI von 35 mit einer Begleiterkrankung vorliegt. Ab einem Wert von 40 kann auch ohne Begleiterkrankung eine Operation erfolgen. Legt man die landesweiten Erhebungen nach dem Microzensus 2013 zugrunde, so treffen diese Kriterien auf über 8.000 übergewichtige Menschen allein in der Ortenau zu, haben Dr. Hügel und seine Kollegen errechnet.

Adipositas Zentrum aufgebaut

Das Ortenau Klinikum in Offenburg hat erstmals 2010 einen Eingriff vorgenommen und seitdem ein Adipositas-Zentrum aufgebaut. Zwar sei die Zahl der Eingriffe am Anfang eher schleppend gewesen, doch steige sie in den vergangenen drei Jahren stark an, berichtet Dr. Hügel. Zur Zeit befinden sich weit über 120 Patienten in der Vorbereitung auf eine Operation. Da das Adipositas-Zentrum am Ortenau Klinikum in Offenburg das einzige Zentrum zwischen Freiburg und Karlsruhe ist, kommen die Patienten aus der gesamten Region.

Dass die Zahl der Eingriffe deutschlandweit steige, liege nicht nur an der wachsenden Zahl stark übergewichtiger Menschen. „Sie steigt auch, weil die Operation sehr erfolgreich ist“, so der Chirurg. Bei seinen stark übergewichtigen Patienten kann er in den ersten sieben Monaten nach der Operation einen Gewichtsverlust von durchschnittlich 23 Kilogramm beobachten, nach über einem Jahr sogar von über 45 Kilogramm und in Einzelfällen deutlich über 60 Kilogramm. Darüber hinaus hat die Operation positiven Einfluss auf bestimmte Stoffwechsel-Erkrankungen, speziell des Bluthochdrucks und des Diabetes mellitus (Typ II), der durch die Operation geheilt werden kann. „In vielen Fällen kann nur die Operation die Betroffenen aus einem jahrelangen Leidensweg befreien“, so Dr. Hügel. Zudem seien die Eingriffe in der heutigen Ära der sogenannten Schlüsselloch-Chirurgie mit wesentlich weniger Komplikationen verbunden und stießen deshalb auf mehr Akzeptanz.

Hohe Qualitätskriterien
Damit das Therapieziel einer dauerhaften Gewichtsabnahme und die Besserung der zahlreichen Begleiterkrankungen nach einer Operation erreicht werden kann, setzt das Adipositas-Zentrum auf eine gründliche Vorbereitung und Nachsorge der Operation. So zählen weitere Kliniken und Einrichtungen am Ortenau Klinikum wie unter anderem die Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie, die Psychosomatische Medizin und Psychotherapie oder auch das Diabetes-Team zu den engen Kooperationspartnern. „Unseren Patienten steht ein bewährtes Team aus Ärzten, Ernährungstherapeuten und Pflegekräften mit mehr als fünf Jahren Erfahrung zur Seite“, so Dr. Hügel.

Die enge, interdisziplinäre Zusammenarbeit zählt unter anderem zu den hohen Qualitätsanforderungen, die die Fachgesellschaften an ein Adipositas Zentrum stellen. „Wir erfüllen diese Qualitätskriterien bereits heute und rechnen nach Abschluss des begonnenen Anerkennungsverfahren in rund zwei Jahren mit einer Zertifizierung des Zentrums“, betont Dr. Hügel.

Das Adipositas-Zentrum bietet Dienstag von 9 Uhr bis 12 Uhr und Mittwoch von 9 Uhr bis 14 Uhr eine Sprechstunde an. Termine können über das Sekretariat der Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie am Ortenau Klinikum in Offenburg unter 0781 472 2001 oder per Mail an allgemeinchirurgie.og@ortenau-klinikum.de vereinbart werden.


Telefonhotline zum Aktionstag
Anlässlich des Aktionstages bietet Dr. Bernhard Hügel, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie am Ortenau Klinikum in Offenburg, einen besonderen Service. Über eine Telefonhotline können sich an Adipositas Erkrankte am Mittwoch, den 25. Mai zu allen Fragen der chirurgischen Therapie dieser Erkrankung beraten lassen. In der Zeit von 9 bis 12 Uhr steht Dr. Bernhard Hügel unter der Rufnummer 0781 472 2019 für Beratungsgespräche zur Verfügung.


Pressekontakt/ Hinweis an die Redaktion:

Besteht von Ihrer Seite Interesse, zum Thema Adipositas ein Interview zu führen? Herr Dr. Bernhard Hügel ist gern bereit, weitere Informationen zu geben. Er ist unter Telefon: 0781 472 2001 am Freitag, den 20. Mai 2016, ab 11.30 Uhr erreichbar. Gern können Sie auch Fragen schriftlich per E-Mail richten an: allgemeinchirurgie.og@ortenau-klinikum.de.