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Gengenbach: 07803 89-0
OG Ebertplatz: 0781 472-0
OG St. Josefsklinik: 0781 472-0

Über uns Geschichte

Geschichte unserer drei Klinikstandorte

Standort Offenburg Ebertplatz

Abbildung Klinik Offenburg Ebertplatz historischer Stich

Die Geschichte des Klinikstandortes Offenburg Ebertplatz des Ortenau Klinikums Offenburg-Gengenbach reicht gut 100 Jahre in die Anfangsjahre des 20. Jahrhunderts zurück. Und sie begann mit großem Unmut bei den Bürgern. Denn statt des notwendigen und lange geplanten Krankenhauses für die Offenburger Bevölkerung wurde 1902 an dem dafür vorgesehenen Standort am Nußbuckel in der Oststadt ein königlich preußisches Garnisonslazarett nach Bauplänen aus Berlin eröffnet.

Erst zehn Jahre später folgte in direkter Nachbarschaft des Garnisonslazaretts der Bau eines städtischen Krankenhauses mit 103 Betten. Bei der Einweihung des 723.000 Mark teuren Gebäudes im Oktober 1912 war Großherzogin Luise von Baden anwesend.

Die Stadt Offenburg übernahm nach dem 1. Weltkrieg das Gebäude des ehemaligen preußischen Lazaretts und integrierte es in das städtische Krankenhaus. Im Erdgeschoss des Hauptgebäudes entstand eine Entbindungsstation und im Obergeschoss fand die Augenheilkunde ihre neue Heimat – und blieb dort bis 1989.

Abbildung Historische SW-Aufnahme Operationssaal

Meilensteine der Entwicklung in den folgenden Jahrzehnten waren die Einrichtung einer Röntgenabteilung (1932), der Neubau der Kinderabteilung sowie des Wirtschaftsflügels (1952/1953), die Fertigstellung des Operationsflügels (1955) sowie die Errichtung einer Entbindungsabteilung (1959).

Ein wichtiges Datum auf dem Weg zu einem modernen Krankenhaus der Zentralversorgung war die Übernahme der Klinik zum Jahresbeginn 1977 durch den Ortenaukreis. Es folgten der Umbau des OP-Trakts und die Einrichtung der Nuklearmedizin sowie der Nephrologie.

Im Mai 1984 feierten Arbeiter und Klinikbeschäftigte das Richtfest des neuen Bettenhauses (330 Betten) mit septischem Operationssaal und Notaufnahme. Die Einweihung des rund 50 Millionen Mark teuren Bauprojekts folgte knapp zwei Jahre später.

In den Folgejahren entstanden am Klinikum neue Gebäudetrakte und medizinische Zentren. 2005 schloss sich das Haus mit der Stadtklinik Gengenbach zum Klinikverbund Offenburg-Gengenbach zusammen, in dessen Rahmen ein Abteilungstausch vollzogen wurde: Die Geburtshilfe zog von Gengenbach nach Offenburg und die Orthopädie von Offenburg nach Gengenbach um.

Im Jahr 2010 wurde auch die St. Josefsklinik in Offenburg mit dem Ortenau Klinikum Offenburg-Gengenbach zusammengeführt mit dem Ziel, die Leistungsfähigkeit beider Einrichtungen gemeinsam weiter zu verbessern.

Mit der feierlichen Grundsteinlegung am 23. Oktober 1954 wurde für die Kongregation der „Franziskanerinnen vom Göttlichen Herzen Jesu“ in Gengenbach der lang gehegte Traum von einem Schwesternkrankenhaus wahr: Auf dem Torso eines deutschen Offizierskasinos in der Weingartenstraße in Offenburg entstand „mit Gottes und guter Freunde Hilfe“ (Zitat: Superior Karl Schuh) das St. Josefskrankenhaus. Durch das caritative Wirken der Schwestern sollte hier für viele Jahrzehnte der Geist Jesu Christi immer wieder neu in den Menschen Gestalt gewinnen und ihr Tun durch ihn wirksam bestimmt werden.

Dem der Pflege der Schwestern vorgesehene Teil des Hauses wurde eine Krankenpflegeschule und ein allgemeines Krankenhaus angeschlossen, das im Juni 1956 eingeweiht und eröffnet werden konnte. Die ärztliche Leitung der Inneren Medizin lag in den Händen von Dr. med. Werner Stump, für die der Chirurgie zeichnete verantwortlich Dr. med. Fritz Kaiser.

In den Jahren 1960/61 wurde dem St. Josefskrankenhaus eine gynäkologisch-geburtshilfliche Abteilung angegliedert, die von da an über nahezu 28 Jahre von Dr. med. Josef Bau geleitet wurde. 1987 wurde die Gynäkologie erweitert. Auch Röntgenabteilung und Intensivstation gehörten zum Erweiterungsprogramm des St. Josefskrankenhauses. Krankengymnastik zu Rehabilitationsmaßnahmen und Unfallambulanz verstehen sich in unserem modernen Krankenhaus von selbst.

In mehreren Bauabschnitten erfolgte die Renovierung des St. Josefskrankenhauses und eine Anpassung an den stets neuesten Stand der Technik, sodass die Klinik immer und umfänglich den Ansprüchen an eine moderne Medizin und Pflege gerecht wurde. Neben dem caritativen Wirken war aber auch der religiöse Auftrag der Kongration im St. Josefskrankenhaus stets lebendig, in kirchlicher Trägerschaft, muss der Geist Jesu Christi immer wieder neu in den Menschen Gestalt gewinnen und ihr Tun wirksam bestimmen. Das Krankenhausdirektorium trägt dieser gemeinsam zu tragenden Verantwortung Rechnung unter Beachtung der Grundordnung des kirchlichen Dienstes im Rahmen kirchlicher Arbeitsverhältnisse vom 22.9.1993 (Erklärung der deutschen Bischöfe).

Seit dem 1. März 1997 trägt das St. Josefskrankenhaus seinen heutigen Namen: St. Josefsklinik.

Fusion zwischen St. Josefsklinik und Ortenau Klinikum

Bereits seit dem Jahr 2007 haben das Ortenau Klinikum und die Kongregation der Franziskanerinnen vom Göttlichen Herzen Jesu, als Träger der St. Josefsklinik, zahlreiche Gespräche mit dem Ziel einer noch stärkeren Kooperation bis hin zur Fusion geführt. Am 10. November 2009 beschloss der Kreistag des Ortenaukreises, dem Angebot des Ordens zuzustimmen und die Offenburger St. Josefsklinik mit dem Ortenau Klinikum zusammenzuführen. Für das Ortenau Klinikum war dies eine zukunftsweisende Entscheidung: Mit der Fusion im Jahr 2010 wurden die Stärken beider Einrichtungen gebündelt, wodurch sich medizinische und wirtschaftliche Vorteile ergeben. Insbesondere werden an den beiden Klinikstandorten Offenburg Ebertplatz und St. Josefsklinik Doppelstrukturen abgebaut und medizinische Kompetenzen zusammengeführt. Die Leistungssfähigkeit des Klinikverbundes wurde weiter verbessert und bereits im Juli 2010 konnten alle drei Standorte des Ortenau Klinikums Offenburg-Gengenbach gemeinsam nach KTQ rezertifiziert werden. Die Visitatoren, die das Ortenau Klinikum Offenburg-Gengenbach nach dem strengen KTQ-Kriterienkatalog prüften, bestätigten: Die St. Josefsklinik ist hinsichtlich ihrer Strukturen und Abläufe, die im Fokus von KTQ-Visitationen stehen, in das Ortenau Klinikum Offenburg-Gengenbach sehr gut integriert – bereits ein halbes Jahr nach der Fusion.

Für die Zukunft hat sich das Ortenau Klinikum verpflichtet, das jahrzehntelange caritative Wirken der Franziskanerinnen vom Göttlichen Herzen Jesu im Zusammenhang mit der St. Josefsklinik in hohem Andenken zu halten und den Kliniknamen weiter zu führen. Auch die sehr ansprechend gestaltete Klinikkapelle der St. Josefsklinik wird weiterhin ein wichtiger Ort bleiben, der Patientinnen und Patienten, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Angehörige und Besucher einlädt zum Gebet und Kraftholen.

Vor mehr als 250 Jahren entstand in Gengenbach ein Spital. Der Grundstein für den spätbarocken Zweckbau an der Landstraße nach Offenburg wurde 1753 gelegt, da das ins 16. Jahrhundert zurück reichende städtische Spital weder den räumlichen noch den hygienischen Ansprüchen genügte. 1756 folgte die Einweihung.

Die Aufgaben des Spitals waren schon damals sehr umfangreich. Denn neben der reinen Gesundheitsversorgung mit hauseigener Apotheke bot es Armen und geistig Verwirrten sowie alleinstehenden Kindern Unterkunft und Essen, versorgte Bettler mit dem Notwendigsten. Das Spital diente sogar als eine Art Sparkasse, indem es an Handwerker, Tagelöhner, Witwen, Händler oder sogar Ratsherren Geld gegen Zinsen verlieh.

Narrenzimmer

Der Übergang der Freien Reichsstadt Gengenbach an Baden bedeutete für das Spital die Unterstellung unter die großherzogliche Regierung. Das Gesundheitswesen wurde professionalisiert. 1838 richtete das Spital ein so genanntes Narrenzimmer ein, eine Vorform der gemeindenahen Psychiatrie.
Ein neues Kapitel in der Geschichte des Spitals wurde 1850 aufgeschlagen: Die Krankenpflege und Aufsicht ging an Frauen aus dem Orden der Barmherzigen Schwestern über. Kurz vor Beginn des 20. Jahrhunderts verhandelten Spital und Betriebskrankenkassen erstmals über Regelsätze – ein Indiz für die weitere Professionalisierung des Gesundheitswesens, die mit den Fortschritten in der Medizin einherging. So erhielt das Spital 1904 ein Operationszimmer und einige Jahre später auch ein Röntgengerät.

1953 wurde ein neuer Gebäudetrakt mit 60 Betten eingeweiht und das Krankenhaus erhielt den Namen: „St. Martin“. Ein weiterer Bettentrakt entstand 1964 und 1984 renovierte man den Erweiterungs- und Mittelbau. 1985 konnte die generalsanierte Krankenhausküche in Betrieb genommen werden.

Pflegeheim und betreutes Wohnen

Eine weit reichende Entscheidung fiel im Jahr 1995: Der Spitalfonds Gengenbach übernahm das Städtische Alten- und Pflegeheim. Im selben Jahr eröffneten das neue Pflegeheim am Nollen und zwei Jahre später eine betreute Wohnanlage mit 50 Wohnungen.

Der Spitalfonds Gengenbach, der durch den Stiftungsrat geleitet wird, war somit nicht nur für den Unterhalt und Betrieb des Krankenhauses „St. Martin“ sondern auch für Unterhalt und Betrieb des Pflegeheimes sowie die Verwaltung der betreuten Seniorenwohnanlage und den Unterhalt und Betrieb der Wohngebäude verantwortlich.

In den folgenden Jahren leitete der Stiftungsrat im gengenbacher Krankenhaus die Entwicklung zu einem modernen Gesundheitszentrum ein. Dazu gehörte auch die 1988 abgeschlossene Sanierung der Gebäude. Gleichzeitig wurde das Krankenhaus in „Stadtklinik St. Martin“ umbenannt. Im Jahr 2003 eröffnete das neue Klinikhotel.

Klinikverbund mit Offenburg

Unter das Stichwort Zukunftssicherung fiel der 2005 vollzogene Abteilungstausch mit dem Klinikum Offenburg. Die Geburtshilfeabteilung zog nach Offenburg um, dafür erhielt Gengenbach die Orthopädische Klinik.

Umfangreiche Umbau- und Renovierungsarbeiten im Zug des Abteilungstausches brachten die Gengenbacher Klinik auf den neuesten medizinisch-technischen Stand. Zudem erhöhte sich die Zahl der Ärzte und Pflegekräfte.

Seit Beginn des Jahres 2007 zählen die beiden Häuser zum kreisweiten Klinikverbund Ortenau Klinikum. Im selben Jahr wurde das Mutter-Kind-Zentrum durch die Eröffnung der neuen Kinderklinik komplettiert.