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Fachkliniken | Offenburg Ebertplatz Allgemeinchirurgie, Viszeralchirurgie und Gefäßchirurgie Morbus Crohn

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Morbus Crohn

Der Morbus Crohn (Synonyme: Enteritis regionalis Crohn, Ileitis terminalis, sklerosierende chronische Enteritis) ist eine Erkrankung, deren Ursache noch nicht geklärt ist. Er tritt gehäuft familiär auf. Eine erbliche Ursache ist damit wahrscheinlich. Beobachtet wird, dass Raucher (insbesondere Frauen) häufiger an Morbus Crohn leiden. Der Morbus Crohn betrifft am häufigsten junge Erwachsene zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr. Ein zweiter Gipfel ist zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr. Der Morbus Crohn nimmt in den westlichen Industrieländern zu. Momentan haben 50 von 100.000 Einwohnern einen Morbus Crohn. Bezogen auf den Ortenaukreis mit seinen 420.000 Einwohnern bedeutet dies statistisch, dass 200 bis 250 Patienten mit Morbus Crohn hier leben.

Beim Morbus Crohn kann jeder Abschnitt des Magen-/Darmtraktes betroffen sein. Möglich ist somit ein Crohn-Befall von der Speiseröhre bis zum Anus.

Welche Symptome weisen die Patienten auf?

Leider wird der Morbus Crohn in seinem Initialstadium häufig verkannt. Er kann mit Bauchschmerzen und Durchfällen einhergehen. Häufig werden die Patienten irrtümlich am Blinddarm operiert. Andere Symptome sind, wie bei allen Entzündungen, Fieber, Abgeschlagenheit und Müdigkeit. Der häufigste Beginn des Morbus Crohn ist die Endstrecke des Dünndarms (terminales Ileum). Hier kann es durch die Entzündung zu Darmverengungen kommen, welche mit wellenförmigen Schmerzen, ca. zwei Stunden nach Nahrungsaufnahme, einhergehen. Nicht selten entwickeln sich Eiteransammlungen (Abszesse) welche als schmerzhafte, rote Schwellungen um den After im Bereich des Gesäßes auffallen. Diese sind Fisteln, welche häufig vom Enddarm ausgehen. Diese Fisteln können aber auch von einem Darmanteil zum anderen ausgebildet werden sowie zur Blase und zur Scheide ziehen.

Welche Untersuchungen sind bei dem Patienten angezeigt?

Bei der Erstdiagnose des Morbus Crohn ist es wichtig, eine komplette Darmspiegelung bis in die Endstrecke des Dünndarms durchzuführen. Diese Untersuchung sollte von einem auf chronisch entzündliche Darmerkrankungen spezialisierten Gastroenterologen/ Chirurgen durchgeführt werden. Zur Abklärung der Speiseröhre und des Magens sowie des Zwölffingerdarms wird ebenfalls eine Spiegelung durchgeführt.

Da der nachfolgende Dünndarm, welcher ca. fünf Meter lang ist, nicht gespiegelt werden kann, wird hier heutzutage meist eine Spezialuntersuchung mit Doppelkontrast durchgeführt. Am häufigsten erfolgt heute ein MRT nach Sellink.

Vor einer möglichen OP sollte eine Spiegelung des Dickdarms vorliegen, welche nicht älter als vier Wochen ist, da während der OP vom Chirurgen nur der Dünndarm sicher zu beurteilen ist, nicht jedoch der Dickdarm.

Wie sollte ein Patient mit Morbus Crohn behandelt werden?

Prinzipiell werden Patienten mit Morbus Crohn nur dann behandelt, wenn auch Symptome auftreten. Es kann durchaus sein, dass ein Morbus Crohn jahrelang symptomlos bleibt. Wenn Symptome auftreten, werden diese meist durch Gabe von Medikamenten behandelt. Allen Medikamenten gemeinsam ist, dass sie das gesamte Immunsystem bzw. Teile des Immunsystems unterdrücken. Diese medikamentöse Therapie ist heutzutage sehr komplex und sollte nur von einem auf chronisch entzündliche Darmerkrankungen spezialisierten Fachmann durchgeführt werden. Häufig bestehen Stufenschemata, welche Cortisonpräparate, Zytostatika und Antikörperpräparate enthalten.

Der Morbus Crohn ist jedoch eine Erkrankung, die nicht endgültig heilbar ist und somit über Jahrzehnte den Patienten begleitet.

Trotz ausgedehnter und verbesserter medikamentöser Therapie wird der Patient über kurz oder lang dem Chirurgen vorgestellt. Dies ist z. B. der Fall bei Eiteransammlungen um das Gesäß herum. Diese werden vom Chirurgen aufgelöst und eine vorhandene Verbindung zum Darm dargestellt und häufig mit einem Faden markiert. Auch hier ist es wieder wichtig, sich einem Chirurgen anzuvertrauen, der sich mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen auskennt. Diese Verbindungen zum Darm hin sind häufig hochkomplex und verlangen eine länger dauernde Therapie. So muss sich der Chirurg mittels einer speziellen Untersuchung (Endo-Sonographie) ein Bild machen, wie die Ausdehnung dieser Verbindung zum Darm ist. Des Weiteren muss auf alle Fälle der Schließmuskel geschont werden. Bei einem komplexen Fistelsystem muss teilweise ein vorübergehender künstlicher Darmausgang angelegt werden. Wenn Dünn- oder Dickdarm betroffen sind, wird der Chirurg dann hinzugezogen, wenn eine nicht mehr therapierbare Enge (Stenose) oder eine Fistelung zur Blase bzw. eine Kurzschlussverbindung von benachbarten Darmanteilen besteht, so dass nicht mehr ausreichend die Nahrung resorbiert werden kann.

In diesen Fällen wird der Chirurg so sparsam wie möglich Darm entfernen. Es besteht auch die Möglichkeit, bei kurzstreckigen Engen des Dünndarms, den Darm dort nur längs zu eröffnen und quer zu vernähen, so dass gar kein Darm entfernt werden muss (Stikturoplastik). Nicht alle diese Verfahren können hier intensiv besprochen werden, die Therapie beim Morbus Crohn muss immer wieder individuell erfolgen. Nach chirurgischer Therapie ist häufig eine medikamentöse Prophylaxe notwendig, um ein erneutes Auftreten des Morbus Crohn verhindern zu können. Hier ist es wichtig, dass Chirurg und behandelnder Internist Hand in Hand zusammenarbeiten.

Wichtige Informationen für den Patienten und häufig gestellte Fragen

Kann ich den Morbus Crohn verhindern bzw. etwas dafür tun, dass Morbus Crohn nicht auftritt?
Leider ist das Entstehen des Morbus Crohn nicht zu verhindern. Die einzige Möglichkeit ist, erst gar nicht mit dem Rauchen anzufangen bzw. das Rauchen einzustellen.

An wen soll ich mich wenden, wenn bei mir ein Morbus Crohn diagnostiziert worden ist?
Patienten mit Morbus Crohn sind häufig gut informiert – Informationsmöglichkeiten bietet das Internet. Hier kann dezidiert nach niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen gesucht werden, welche sich mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen befassen. Auch Krankenhäuser mit speziellen Zentren für Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sind im Internet zu finden.

Viele Patienten mit Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sind auch in der Interessenvertretung der Deutschen Morbus Crohn/Colitis ulcerosa Vereinigung (DCCV) engagiert und aktiv. Hier kann über Internet unter www.dccv.de oder direkt bei Manuela Zachmann-Schneider (E-Mail: M.Zachmann-Schneider@gmx.de) Kontakt aufgenommen werden.

Im Ortenaukreis trifft sich die Selbsthilfegruppe Morbus Crohn/Colitis ulcerosa Ortenau/Kehl jeden ersten Montag im Monat (außer an Feiertagen) im Ortenau Klinikum Kehl, Kanzmattstraße 2 in 77694 Kehl; Kontaktaufnahme unter www.mccu-kehl.de oder telefonisch unter 07851 75775 bzw. 07246 5199.

Kann bei Morbus Crohn auch mit der Schlüsselloch-Methode operiert werden?
In unserer Klinik bieten wir die Schlüsselloch-Methode insbesondere für die chronisch entzündlichen Darmerkrankungen an. Hierbei kann die Teilentfernung des Dick- und Dünndarms über die Schlüsselloch-Methode erfolgen. Es kann auch der gesamte Dickdarm über die Schlüsselloch-Methode entfernt werden.

Muss ich mit einem künstlichen Darmausgang lebenslang rechnen?
Bei einer ausgedehnten Fistelung perianal wird von unserer Seite ein zeitlich begrenzter künstlicher Darmausgang angelegt. In seltenen Fällen muss, wenn der gesamte Schließmuskel aufgebraucht ist, auch ein permanenter künstlicher Darmausgang angelegt werden.

Sekretariat

Bianca Seiwerth
Patricia Zink

Tel. 0781 472-2001
Fax 0781 472-2002
E-Mail: allgemeinchirurgie(at)og.ortenau-klinikum.de

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