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„Thema Krebs versachlichen und Mut machen“

Onkologisches Zentrum Ortenau startet Veranstaltungsreihe „Leben Krebs Leben“ mit großer Infoveranstaltung

Die Referenten: (v.l.) Dr. Henning Pelz (Ambulantes Therapiezentrum Offenburg), Dr. Eike Mrosek (Chefarzt der Unfallchirurgie am Ortenau Klinikum in Offenburg), Dr. Matthias Egger (Stv. Leiter des Onkologischen Zentrums, Leiter der Sektion Hämatologie/Onkologie am Ortenau Klinikum in Lahr) und Privatdozent Dr. Carsten Schwänen (Leiter des Onkologischen Zentrums Ortenau, Chefarzt der Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin am Ortenau Klinikum in Offenburg).

Schirmherrin OB Edith Schreiner sprach ein Grußwort an die Teilnehmer der Veranstaltung.

Was kann jeder Einzelne tun, um die Wahrscheinlichkeit einer Krebserkrankung zu verringern? Welche neuen Therapien gibt es? Wie sieht die Verzahnung zwischen stationärer und ambulanter Behandlung in der Ortenau aus? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der Auftaktveranstaltung zur diesjährigen Reihe „Leben Krebs Leben“, die das Onkologische Zentrum Ortenau (OZO) erneut in diesem Jahr veranstaltet. Rund 200 interessierte Besucher kamen am vergangenen Donnerstag anlässlich des Weltkrebstages (4. Februar) mit dem Motto „Wir können. Ich kann.“ in das Ortenau Klinikum in Offenburg, Standort St. Josefsklinik.

Deutschland habe weltweit eine der höchsten Überlebensraten bei Krebserkrankungen, betonte die Offenburger Oberbürgermeisterin Edith Schreiner in ihrem Grußwort. Als Schirmherrin der Veranstaltungsreihe sei es ihr ein besonderes Anliegen, mit den Veranstaltungen viele Menschen zu erreichen und Mut zu machen. Das Onkologische Zentrum Ortenau biete mit seinen zahlreichen Organzentren und der Kooperationen mit den Kliniken in Freiburg und Straßburg sehr gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Behandlung.

Erstmals in diesem Jahr stellte sich der neue Chefarzt der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin am Ortenau Klinikum in Offenburg und Leiter des OZO, Privatdozent Dr. Carsten Schwänen, bei der Veranstaltung einem größeren Publikum vor. „Zu sehen, welche herausragenden onkologischen Strukturen in der Ortenau vorhanden sind, hat mich beeindruckt. Dieses Niveau findet sich längst nicht überall im Land“, so der neue Chefarzt. Die Veranstaltungsreihe „Leben Krebs Leben“ sehe er als eine gute Möglichkeit, das Thema Krebs zu versachlichen und Betroffenen Mut zu machen. In seinem Vortrag „Sport, Ernährung und Krebs – was Sie selbst beeinflussen können“ zeigte Dr. Schwänen anhand aktueller Studien auf, dass mit viel Bewegung, einer gesunden Ernährung und dem Verzicht auf Tabak und Alkohol die Wahrscheinlichkeit einer Krebserkrankung deutlich verringert werden könne. Auch im Fall einer Erkrankung sei es wichtig, sich möglichst körperlich fit und aktiv zu halten, so der Onkologe.

Dass die Medizin in der Behandlung von Krebs in den vergangenen Jahren große Fortschritte unter anderem mit der sogenannten Immunonkologie gemacht hat, berichtete Dr. Matthias Egger, stellvertretender Leiter des Onkologischen Zentrums und Leiter der Sektion Hämatologie/Onkologie am Ortenau Klinikum Lahr-Ettenheim. Rund 30 Prozent der 2017 neu zugelassenen Medikamente seien Krebsmedikamente. Mit ihrer Hilfe könnten Krebszellen immer besser erkannt und gezielter bekämpft werden, so der Onkologe. Dennoch komme der Chemotherapie weiterhin eine hohe Bedeutung zu. Die Frage der richtigen Therapie sei immer individuell auf den Patienten bezogen zu entscheiden.

Dr. Eike Mrosek, Chefarzt der Unfallchirurgie am Ortenau Klinikum in Offenburg, beschäftigte sich im Anschluss in seinem Vortrag mit Knochenmetastasen. Durch moderne Implantate und Verfahren könnten auch Knochendefekte an  prekären Stellen des menschlichen Skeletts durch die Unfallchirurgen wieder vollbelastbar stabilisiert werden, führte er aus. Damit werde neben der Beseitigung der Schmerzen auch die Mobilität des Patienten wiederhergestellt. Generell wird vor jeder Therapie die Frage gestellt, wie viel Chirurgie dem Patienten zugemutet werden könne oder müsse. Zum Abschluss der Auftaktveranstaltung hob Dr. Henning Pelz vom Ambulanten Therapiezentrum für Hämatologie und Onkologie in Offenburg die vorbildliche Betreuung der onkologischen Patienten in der Ortenau hervor, die zum hohem Maß auf der interdisziplinären Zusammenarbeit mit dem OZO beruhe. Bis 2005 habe es keine ambulante onkologische Versorgung in der Ortenau, dem flächengrößten Kreis in Baden-Württemberg gegeben. Das habe sich grundlegend geändert.

Nach den Vorträgen hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, mit Ärzten aus den Krebszentren des Ortenau Klinikums über die Möglichkeiten der Früherkennung und Therapie einzelner Krebserkrankungen ins Gespräch zu kommen. Auch die im Ortenaukreis zum Thema Krebs aktiven Selbsthilfegruppen Ilco - Selbsthilfe Stoma/Selbsthilfe Darmkrebs, Frauen mit Krebs (Gruppe Offenburg) sowie Männer mit Krebs im Ortenaukreis waren vertreten.

Insgesamt stehen im Rahmen der Reihe „Leben Krebs Leben“ bis Jahresende rund 35 Veranstaltungen zu speziellen Krebserkrankungen wie Brustkrebs oder Darmkrebs sowie zu Krebs allgemein auf dem Programm. Die Veranstaltungsreihe bietet dabei Themenabende mit mehreren Fachvorträgen, verschiedene Mitmachangebote und Workshops wie etwa Alltagstraining oder ein Kosmetikseminar für krebskranke Frauen sowie Angebote zur Meditation. Einzelne Veranstaltungen finden neben Offenburg auch in Achern, Kehl und Lahr statt. Im Herbst sind in Achern und in Lahr jeweils ein Patiententag zum Thema Krebs mit zahlreichen Vorträgen und Informationsangeboten geplant. Ergänzt wird das Programm zudem durch die Reihe „Wege der Achtsamkeit – Formen der Meditation kennenlernen“, die von Bernd Hug, Diplompsychologe, Psychotherapeut und Psychoonkologe am Ortenau Klinikum Offenburg-Gengenbach, geleitet wird.

Weitere Informationen und das komplette Programm der Veranstaltungsreihe „Leben Krebs Leben“ im Internet unter www.lebenkrebsleben.de.