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Ortenau Klinikum konsequent beim Umweltschutz

Neues Blockheizkraftwerk im Ortenau Klinikum in Lahr sorgt für ökologische und wirtschaftliche Strom- und Wärmeerzeugung/ Planung und Betrieb in Kooperation mit dem E-Werk Mittelbaden

Das Ortenau Klinikum in Lahr setzt für seine Energieversorgung ab sofort auf eine umweltfreundliche und innovative Technik. Landrat Frank Scherer und Dr. Ulrich Kleine, Vorstand E-Werk Mittelbaden, nahmen heute das neue Blockheizkraftwerk (BHKW) der Klinik in Betrieb, mit dem der zweitgrößte Klinikstandort in der Ortenau seine CO2-Bilanz nachhaltig verbessert und zudem die Energiekosten deutlich senkt. Die neue Anlage, für die das Ortenau Klinikum rund 1,7 Millionen Euro investiert hat, wird in Kooperation mit dem E-Werk Mittelbaden betrieben.
 
„Mit dem neuen Blockheizkraftwerk wird unser Klinikum einen beträchtlichen Beitrag zum Umweltschutz und zur Energieeinsparung leisten. Wir setzen damit erfolgreich ein weiteres Projekt um, um alle unsere Klinikstandorte nachhaltig und zukunftssicher zu gestalten“, freut sich Landrat Frank Scherer.
 
„Zum Gelingen der Energiewende zählt für uns ebenfalls die dezentrale Energieerzeugung, für die sich Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen hervorragend eignen. Im Gegensatz zu regenerativ erzeugten Energien, die beispielsweise vom Wind, Wasser und der Sonne abhängig sind, erzeugen KWK-Anlagen bedarfsgerecht die benötigte Energie. Wir freuen uns, dass wir bei diesem Projekt der Kooperationspartner für das Ortenau Klinikum sein dürfen“, führt Dr. Ulrich Kleine aus, Vorstand E-Werk Mittelbaden.
 
Vor der Entscheidung des Krankenhausausschusses über den Bau der Anlage im Mai 2012 hatten die Klinik und das E-Werk Mittelbaden untersucht, ob mit einem BHKW eine wirtschaftlichere und ökologisch bessere Strom- und Wärmeversorgung möglich ist. Das beauftragte Planungsbüro kam zu dem Ergebnis, dass mit der jetzt betriebenen 776-Kilowatt-Anlage der Ausstoß von CO2 um rund 1,45 Millionen Kilogramm pro Jahr verringert wird. Um die gleiche Menge an CO2 einzusparen, müssten im Vergleich rund 900 Haushalte auf eine regenerative Energieversorgung umgestellt werden.
 
Darüber hinaus kann das Ortenau Klinikum in Lahr rund ein Viertel der bisher benötigten Energie einsparen. Die Investitionskosten in Höhe von rund 1,7 Millionen Euro werden spätestens nach sechs Jahren amortisiert sein. Wie bereits für die Planung und den Bau hat das Ortenau Klinikum dem E-Werk-Mittelbaden auch die Betriebsführung der Anlage übertragen. Dies beinhaltet die technische und kaufmännische Betreuung sowie die bedarfsgerechte Optimierung der Anlage und das wirtschaftliche Controlling.
 
Das neue BHKW arbeitet auf der Basis der so genannten Kraft-Wärme-Kopplung, bei der gleichzeitig Strom und Wärme erzeugt werden. Dies führt im Vergleich zur getrennten Erzeugung von Strom und Wärme zu einer deutlich besseren Ausnutzung der eingesetzten Energie. Gehen bei einer getrennten Erzeugung rund 60 Prozent der Energie ungenutzt verloren, so liegt der Verlust bei einem BHKW lediglich bei 13 Prozent. Vereinfacht dargestellt, besteht das BHKW am Ortenau Klinikum in Lahr aus zwei wesentlichen Teilen: Ein von einem Gasmotor angetriebener Stromgenerator sorgt für den benötigten Strom, das Kühlwasser des Motors und die in den Abgasen enthaltene Wärme dienen der Wärmeversorgung der Klinik.
 
Mit der Inbetriebnahme der Anlage in Lahr setzt der Klinikverbund sein Engagement im Umweltschutz konsequent fort. Denn bereits an anderen Standorten hat man gute Erfahrungen mit der Technik gemacht. So wurden Blockheizkraftwerke an den Standorten Achern (2001) und Ettenheim (2005) eingebaut. Am Offenburger Standort Ebertplatz wird die Versorgung seit 2008 über eine Nahwärmetrasse aus drei BHKW gewährleistet. Auch die Kehler Klinik wird seit 2009 über einen Nahwärmeanschluss aus einem BHKW versorgt. Das Ortenau Klinikum Wolfach erhält seit 2008 Fernwärme aus der Holzhackschnitzel-Heizzentrale Oberwolfach.
 
Das Ortenau Klinikum macht sich dabei den Vorteil zunutze, dass Krankenhäuser ein besonders gutes Einsatzfeld für Blockheizkraftwerke sind. Denn ein wirtschaftlicher Betrieb dieser Anlagen setzt eine hohe Anzahl von Betriebsstunden voraus. Andernfalls würden die eingesparten Energiekosten nicht ausreichen, um die Kapital- und Betriebskosten des BHKW zu decken. Diese Voraussetzung wird nur erfüllt, wenn die erzeugte Wärme in der jeweiligen Einrichtung auch gebraucht wird. Krankenhäuser benötigen auch außerhalb der eigentlichen Heizperiode Wärme für die Warmwasserversorgung und die Dampferzeugung in größeren Mengen. Für einen konstanten Strombedarf sorgen zudem Lüftungsanlagen sowie eine ganztägige Beleuchtung.