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Ortenau Klinikum gibt Keimen keine Chance

Das Ortenau Klinikum hat zum Schutz vor resistenten Keimen seine Hygiene- und Schutzmaßnahmen verschärft. Nachdem auf der Neonatologischen Intensivstation im Rahmen einer Routine-Untersuchung bei zehn Kindern Klebsiella-Bakterien festgestellt wurden, informierte die Klinik das Gesundheitsamt und führte bei allen Säuglingen der Station vermehrt Kontrolluntersuchungen durch.

v.l.n.r: Dr. Andreas Schröder, Leiter der Zentrale Klinikhygiene am Ortenau Klinikum, Prof. Dr. Jörg Laubenberger, Ärztlicher Direktor des Ortenau Klinikums Offenburg-Gengenbach, Ortenau Klinikum-Geschäftsführer Christian Keller und Mathias Halsinger, Verwaltungsdirektor des Ortenau Klinikums Offenburg-Gengenbach © Ortenau Klinikum

Offenburg, 10.11.2016 – Das Ortenau Klinikum hat zum Schutz vor resistenten Keimen seine Hygiene- und Schutzmaßnahmen verschärft. Nachdem auf der Neonatologischen Intensivstation im Rahmen einer Routine-Untersuchung bei zehn Kindern Klebsiella-Bakterien festgestellt wurden, informierte die Klinik das Gesundheitsamt und führte bei allen Säuglingen der Station vermehrt Kontrolluntersuchungen durch. Dank des hervorragenden Frühwarnsystems besteht für keines der Kinder Lebensgefahr.

„Die Infektion ist durch das präventive Screening aufgefallen, das wir regelmäßig bei allen Kindern auf der Station durchführen“, sagt Prof. Dr. Jörg Laubenberger, Ärztlicher Direktor des Ortenau Klinikums Offenburg-Gengenbach und betont: „Keines der Kinder ist ernsthaft erkrankt.“

„Gerade die hier aufgetretenen, auf Antibiotika voll sensiblen Erreger, würden selbst im Falle einer Erkrankung keine große Gefahr darstellen, da sie sich leicht behandeln ließen“, erläutert Dr. Andreas Schröder, Leiter der Zentralen Klinikhygiene am Ortenau Klinikum. Dennoch hat die Klinik ihre Schutzmaßnahmen ausgebaut: „Wir haben die Screening-Intervalle verdichtet und suchen intensiv nach der Quelle“, so Professor Laubenberger. Aus Sicherheitsgründen hat die Klinik alle mit Klebsiella besiedelten Kinder isoliert und die Aufnahme weiterer Kinder vorerst begrenzt. Nur hoch-akute Notfälle sollen im Moment noch aufgenommen werden. Glücklicherweise sind Ausweichmöglichkeiten in kooperierende Kliniken gegeben, sodass eine Versorgung weiterhin gegeben ist.

Sowohl das Gesundheitsamt als auch das Deutsche Beratungszentrum für Hygiene sind an der Prävention beteiligt. Ebenso wurden die Chefärzte der Kinderkliniken in Freiburg, Baden-Baden und Karlsruhe telefonisch durch Kinderklinik-Chefarzt Dr. Stefan Stuhrmann und den Leitenden Oberarzt Dr. Moritz Rohrbach über die Situation in Kenntnis gesetzt. Sämtliche Hilfe in der Versorgung wurde ihnen zugesagt. Zudem wurden die niedergelassenen Kinderärzte über E-Mail und ein Telefonat mit einem der Obmänner benachrichtigt.
Auch Landrat Frank Scherer wurde heute früh zu den Fällen informiert, dazu sagt er: „Wichtig ist, dass sofort Maßnahmen ergriffen wurden, die eine größtmögliche Sicherheit und Effektivität garantieren. Zudem wird die Öffentlichkeit laufend und vollständig informiert.“

Das Ortenau Klinikum nimmt das Thema Hygiene sehr ernst. Für die Mitarbeiter des Klinikums ist Hygiene nicht nur ein zentraler Bestandteil aller Tätigkeiten, sondern auch Inhalt regelmäßiger Schulungen. Eine gewissenhafte Händehygiene ist dabei selbstverständlich. Seit 2012 beteiligt sich das Ortenau Klinikum beispielsweise an der bundesweiten „Aktion Saubere Hände“. 2013 erhielt die Klinik für ihr Händehygiene-Management erstmals ein Qualitätszertifikat in Gold und zählt damit bei der Vermeidung von Krankenhausinfektionen zu den besten Kliniken in Deutschland. Seit Oktober dieses Jahres beteiligt sich das Haus darüber hinaus mit einer Ausstellung zum Thema Krankenhaushygiene an der landesweiten Aktion „Keine Keime“, um die Öffentlichkeit für das Thema zu sensibilisieren. „Als großer Klinikverbund ist es uns ein großes Anliegen, in der Diskussion um Hygiene und Infektionsvermeidung für Transparenz zu sorgen“, betont Ortenau Klinikum-Geschäftsführer Christian Keller.

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen lassen sich Bakterien leider nicht immer vermeiden. Klebsiella pneumoniae ist ein Bakterium, das beim Menschen zur normalen Magen-Darm-Flora gehört. Im Normalfall ist das Bakterium ungefährlich. Bei Personen mit geschwächtem Immunsystem, insbesondere bei Neugeborenen, kann es jedoch als Krankheitserreger auftreten.