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Klinik senkt Blutkonserven-Verbrauch drastisch

Patienten des Endoprothetikzentrums der Maximalversorgung am Ortenau Klinikum in Gengenbach profitieren von fünf Jahren Erfahrung mit dem sogenannten Patient Blood Management. Klinik ist noch bis Ende 2018 mit vollem Leistungsspektrum in Gengenbach.

Röntgenkontrolle nach einer erfolgreichen Gelenkersatzoperationen am Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung am Ortenau Klinikum in Gengenbach © Ortenau Klinikum

Offenburg, 15. November 2017 – Wer auf den Ersatz eines Hüft- oder Kniegelenks angewiesen ist, steht vor einem größeren operativen Eingriff. Nicht nur gutes handwerkliches Können und viel Erfahrung der Operateure tragen zum Erfolg der Operation bei, sondern auch ein professionelles Blutmanagement. Je weniger Blut der Patient verliert und damit eine Bluttransfusion vermieden wird, umso besser sind die Aussichten auf einen erfolgreichen Eingriff. Zu diesem Konzept gehört darüber hinaus das Erkennen und die Behandlung einer Blutarmut bereits vor der Operation.
 
Seit 2012 hat das Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung am Ortenau Klinikum in Gengenbach deshalb ein sogenanntes Patient Blood Management (PBM) aufgebaut. Dabei werden bereits lange vor der Operation die Blutmerkmale des Patienten ermittelt. Stellen die Ärzte eine Blutarmut fest, dann wird nach Ermittlung der Ursache eine gezielte Behandlung eingeleitet. Ziel ist es, dass vor einer geplanten Operation die Blutfarbstoffwerte im Normbereich liegen.
 
Nach rund fünf Jahren zieht der Leiter des Zentrums, Chefarzt Dr. Bruno Schweigert, eine durchweg positive Bilanz: „Unsere aktuellen Zahlen für 2017 belegen, dass wir in diesem Jahr voraussichtlich knapp 90 Prozent weniger Blutkonserven verwenden als noch vor fünf Jahren. Der Einsatz von Blutkonserven geht stetig zurück.“ Auch die Wahrscheinlichkeit einer Bluttransfusion bei Patienten, die vor der Operation normale Blutwerte hatten, ist am Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung am Ortenau Klinikum in Gengenbach in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen. Bei Hüft-Prothesen ist die Wahrscheinlichkeit bei unter zwei Prozent, bei Knie-Prothesen sogar nur um ein Prozent. Und selbst bei Patienten mit einer gewissen Blutarmut liegt die Transfusionswahrscheinlichkeit nur bei rund zehn Prozent.
 
Aufgebaut hat das Blutmanagement vor allem der an der Klinik zuständige Oberarzt der Anästhesie, Dr. Frank Steiner. „Ich persönlich kenne nur wenige Studien, die eine solche niedrige Transfusionswahrscheinlichkeit zeigen. Insbesondere dürfte es wenige Kliniken geben, die in der Lage sind, ihren Patienten diese Informationen zu geben.“
 
Während PBM deutschlandweit sich erst im Aufbau befindet, haben die Anästhesisten am Ortenau Klinikum Offenburg-Gengenbach inzwischen jahrelange Erfahrung mit dem Konzept. Auch am Standort Ebertplatz in Offenburg praktiziert die Anästhesie unter der Leitung der Chefärzte Dr. Friedrich Afflerbach und Professor Dr. Wolfram Engelhardt das innovative Verfahren in Kombination mit verschiedensten chirurgischen Eingriffen. Am Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung am Ortenau Klinikum in Gengenbach wird diesem Thema nun seit rund fünf Jahren besondere Aufmerksamkeit geschenkt.
 
In dem Zentrum werden von einem erfahrenen Fachärzteteam Gelenkersatzoperationen (Endoprothetik) an der Hüfte, am Knie und Ellenbogen, an der Schulter und am Sprunggelenk durchgeführt. Jährlich werden rund 900 Prothesen eingesetzt, verteilt auf jeweils rund 450 Knie- und Hüftgelenksendoprothesen.
 
Ab dem 1. Januar 2019 wird das Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung im Rahmen einer Neustrukturierung des Klinikverbundes am Standort Kehl des Ortenau Klinikums arbeiten. „Im gesamten Jahr 2018 werden wir aber das volle Leistungsspektrum ohne Einschränkungen weiterhin in Gengenbach anbieten“, so Dr. Schweigert.