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Initiative Löwen retten Leben – Wiederbelebung macht Schule

Mitteilung Offenburg-Gengenbach

Ärzte des Ortenau Klinikums schulen Lehrer in Erste-Hilfe-Maßnahmen beim DRK Kreisverband Offenburg

Abbildung: Löwen retten Leben: v.l.n.r. Tommy Baldauf, Jovin Samuel Bürchner, Dr. med. Viola Weber und Dr. med. Friedrich Afflerbach

v.l.n.r. Tommy Baldauf (DRK-Kreisjugendleiter und Koordinator Schulsanitäterausbildung), Jovin Samuel Bürchner (Koordinator Jugendrotkreuz-Schularbeit, LRL-Koordinator BW), Dr. med. Viola Weber (FA für Anästhesiologie und Spezielle Anästhesiologische Intensivmedizin am Ortenau Klinikum Offenburg-Gengenbach) und Dr. med. Friedrich Afflerbach (Chefarzt der Fachklinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin am Ortenau Klinikum Offenburg-Gengenbach, Leitender Notarzt des Ortenaukreises)

Abbildung: Löwen retten Leben: v.l.n.r. Tommy Baldauf, Jovin Samuel Bürchner, Dr. med. Viola Weber und Dr. med. Friedrich Afflerbach

v.l.n.r. Tommy Baldauf (DRK-Kreisjugendleiter und Koordinator Schulsanitäterausbildung), Jovin Samuel Bürchner (Koordinator Jugendrotkreuz-Schularbeit, LRL-Koordinator BW), Dr. med. Viola Weber (FA für Anästhesiologie und Spezielle Anästhesiologische Intensivmedizin am Ortenau Klinikum Offenburg-Gengenbach) und Dr. med. Friedrich Afflerbach (Chefarzt der Fachklinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin am Ortenau Klinikum Offenburg-Gengenbach, Leitender Notarzt des Ortenaukreises)

Jährlich sterben in Deutschland durchschnittlich 100.000 Menschen an einem plötzlichen Herztod. Doch viele von ihnen könnten noch leben – wenn Ersthelfer bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes und des Notarztes eine Herzdruckmassage durchgeführt hätten. „Viele haben Angst, etwas falsch zu machen und lassen es dann lieber sein oder ergreifen die nötigen Maßnahmen zu spät“, bedauert Dr. Friedrich Afflerbach, Chefarzt der Anästhesiologie und Intensivmedizin am Ortenau Klinikum Offenburg-Gengenbach. „Dies verringert die Überlebenschancen des Patienten.“

Große Fortbildungsinitiative in ganz Baden-Württemberg

Deshalb hat das Kultusministerium in Kooperation mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK), der Stiftung Deutsche Anästhesiologie, Laerdal Medical und dem Sparkassenverband Baden-Württemberg die Initiative „Löwen retten Leben – In Baden-Württemberg macht Wiederbelebung Schule“ gestartet. Die ersten Fortbildungen haben bereits begonnen: Am 29. Juni versammelten sich 13 Lehrerinnen und Lehrer aus 7 Schulen in Offenburg beim DRK Kreisverband Offenburg und ließen sich von Dr. Afflerbach und Dr. Viola Weber, beide Anästhesisten am Ortenau Klinikum in Offenburg, gemeinsam mit dem Lehrbeauftragten des DRK Landesverbandes Baden-Württemberg, Jovin S. Bürchner, in den wichtigsten Erste-Hilfe-Maßnahmen fortbilden. Dabei stand die Herzdruckmassage im Fokus. So lernten die Lehrerinnen und Lehrer, wie sie ihren Schülerinnen und Schülern die lebensrettende Herzdruckmassage, ohne Beatmung, weitervermitteln können. „Steht das Herz still, kann es die lebenswichtigen Organe nicht mehr mit Sauerstoff versorgen. Eine Herzdruckmassage kann jedoch noch den restlichen Sauerstoff im Blut auf die Organe verteilen und dabei helfen, die Überlebenschancen des Patienten zu erhöhen bis der Notarzt eintrifft“, erklärt Dr. Afflerbach.

Kultusministerium investiert 1,5 Millionen Euro
Unterstützt wurde die Fortbildung durch zahlreiche Erste-Hilfe-Ausbilder des Deutschen Roten Kreuzes und des Jugendrotkreuzes: Tommy Baldauf, Lukas Herrmann, Philipp Kimmig und Sascha Koffer und viele andere. Solenn Crepeaux vom DRK-Regiobüro des Landesverbandes konnte ebenfalls die Veranstaltung mit ihren Informationen bereichern. Diese Veranstaltung ist eine von 50 Fortbildungen an 50 verschiedenen Standorten, die landesweit in den kommenden zwei Jahren von Anästhesisten und Notärzten sowie speziellen Lehrbeauftragten des DRK an den Standorten der DRK-Kreisverbände durchgeführt werden. Das Kultusministerium hat insgesamt rund 1,5 Millionen Euro investiert, damit in den kommenden vier Jahren rund 5.200 Lehrkräfte aus 2.600 Schulen in Baden-Württemberg in Erster Hilfe fortgebildet werden können. Dabei erhält jede geschulte Lehrkraft kostenlos einen „Erste-Hilfe-Koffer“ und eine Art „Dummypuppe“, ein sogenanntes Übungsphantom. Zudem soll eine Schulungs-DVD helfen, die richtigen Erste-Hilfe-Maßnahmen weiterzuvermitteln und mit den Schülerinnen und Schülern gemeinsam zu üben.

In Skandinavien bereits erfolgreich angewandt
Die Herstellerfirma dieser Übungsphantome, Laerdal Medical, produzierte eigens unter Mitwirkung des DRK Lehrbeauftragten Jovin S. Bürchner die Übungs-DVD zur Laienreanimation und konzipierte die Webseite www.loewen-retten-leben.de. Finanzielle Unterstützung bekommt „Löwen retten Leben“ außerdem von den baden-württembergischen Sparkassen. „Untersuchungen aus Skandinavien, wo die Schulung schon vor einiger Zeit eingeführt wurde, haben gezeigt, dass dort inzwischen mehr Menschen, die einen Herzstillstand erlitten haben, dank richtiger Erste-Hilfe-Maßnahmen überleben“, so Dr. Afflerbach.

Zahlen, Daten, Fakten auf einen Blick

Das deutsche Reanimationsregister (www.reanimationsregister.de) belegt:

  • Nur etwa 18 Prozent der Bundesbürger helfen im Ernstfall.
  • Die Niederlande und die skandinavischen Länder liegen hier bei über 60 Prozent.
  • Der plötzliche Herztod ist mit schätzungsweise bis zu 100.000 betroffenen Menschen pro Jahr eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland.
  • Bereits drei Minuten nach einem Herzstillstand wird das Gehirn nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt – es können unwiderrufliche Schäden auftreten.
  • Bis der Rettungsdienst eintrifft, dauert es meist acht bis zwölf Minuten und im Einzelfall auch deutlich länger.
  • Ein Beginn der Wiederbelebung durch Laien verbessert die Überlebensrate um das Zwei- bis Dreifache.


Anlässlich der 395. Sitzung des Schulausschusses der Kultusministerkonferenz am 5. und 6. Juni 2014 in Düsseldorf wurde die „Initiative Pflichtunterricht Wiederbelebung in ganz Deutschland“ von Vertreterinnen und Vertretern der Deutschen Gesellschaft für Anästhesie und Intensivmedizin und der Stiftung Deutsche Anästhesiologie vorgestellt.
Als Ergebnis sprach der Schulausschuss eine Empfehlung an die Länder aus, Module zum Thema „Wiederbelebung“ im Zeitumfang von zwei Unterrichtsstunden pro Jahr ab Jahrgangsstufe 7 durchzuführen und Lehrkräfte entsprechend fortzubilden.

Weitere Informationen:

Grundinformationen zur LRL-Initiative
+ Anmeldeplattform für Lehrerinnen und Lehrer:

www.loewen-retten-leben.de

Weiterführende Informationen zur LRL-Initiative
+ Detailinformationen:

www.schulsanitaetsdienst.com

Informationen Kultusministerium:

www.km-bw.de