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Diabeteskünstler – Kinder stärken im Umgang mit Diabetes

Junge Patienten nehmen an Diabetesschulung der Kinderklinik des Ortenau Klinikums in Offenburg teil

Präsentieren stolz ihre Arbeit: Die jugendlichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Diabetesschulung in den Räumen der Hertha-Wiegand-Schule mit Künstlerin Hella Pallek (r.).

(v.r.) Rosi Decker und ihr Sohn Lukas mit Diabetes Warnhund Amadeus sowie anderen Teilnehmern der Diabetesschulung.

Offenburg, 26. Januar 2017 – Übergroße Druckbuchstaben reihen sich zu einzelnen Wörtern zusammen: „Mut“, „Disziplin“ und „Durchhalten“ sind da zu lesen. Die im Hochdruckverfahren mit Holzlettern entstandenen Drucke sind das Ergebnis eines Kunstprojekts in der Hertha-Wiegand-Schule am Ortenau Klinikum in Offenburg. Drei Mädchen und fünf Jungen im Alter von zehn bis 13 Jahren haben die Kunstdrucke kürzlich im Rahmen einer viertägigen Diabetesschulung der Klinik für Kinderheilkunde und Jugendmedizin erstellt.

Künstlerisch angeleitet wurden die Kinder und Jugendlichen von der aus Berghaupten stammenden Künstlerin Helma Pallek. Für ihre künstlerischen Arbeiten nutzt sie vorwiegend ehemals im Plakatduck verwendete alte Holzlettern, die sie im Hochdruckverfahren künstlerisch in Szene setzt und mit Handschriften kombiniert. Bekannt sind ihre Arbeiten unter anderem durch ihre Mitgliedschaft im Kunstverein ARTist Gengenbach-Obernai.

Das Kunstprojekt war Bestandteil einer viertägigen Diabetesschulung, mit der die Kinderklinik regelmäßig Kinder und Jugendliche aller Altersstufen im Umgang mit ihrer Erkrankung an Diabetes mellitus Typ 1 schult. "Die Diabetestherapie in ihren Alltag einzubauen verlangt sehr viel Disziplin und Eigenverantwortung von den Kindern. Daher ist es uns in unseren Schulungen wichtig, dass die Kinder neben dem Erlernen der notwendigen theoretischen und praktischen Inhalte auch positive Erfahrungen und Erlebnisse mit der Erkrankung verbinden und Motivation mit zurück in den Alltag nehmen", sagt Isabel Huber, Oberärztin an der Kinderklinik. Das Kunstprojekt in dem die Kinder ihre Stärken zu Papier bringen konnten sei dafür bestens geeignet, betont die Fachärztin für Kinderheilkunde und Jugendmedizin und Diabetologin DDG, die die Diabetesschulungen leitet.

Weitere Schwerpunkte des umfangreichen Schulungsprogramms waren unter anderem theoretische und praktische Übungen zur Insulintherapie und Blutzuckerkontrolle, Ernährung sowie der Umgang mit der Erkrankung in besonderen Situationen, wie zum Beispiel beim Sport. „Besonders  der Kontakt zu anderen an Diabetes mellitus Typ I erkrankten Kindern hilft bei der Krankheitsverarbeitung und Akzeptanz“, so Isabel Huber.

Dass es auch noch andere Möglichkeiten gibt, den Blutzuckerwert zu beobachten als durch die eigenständige Kontrolle mit Hilfe eines Gerätes, erfuhren die Kinder durch eine Überraschung am Ende der Diabetesschulung. Der zwölfjährige Lukas und seine Mutter Rosi Decker brachten ihren Diabetes Warnhund „Amadeus“ mit in die Schulung. Der ständige Begleiter des ebenfalls an Diabetes erkrankten Jungen kann mit seinem feinen Geruchssinn Über- oder Unterzucker wahrnehmen und warnt bei einer gefährlichen Situation durch lautes Bellen. Wie Lukas und seine Mutter berichteten, wurde der Warnhund, der auch Licht ausschalten oder Türen öffnen kann, mehrere Monate mit Hilfe einer Ausbilderin geschult und musste anschließend eine Prüfung bestehen. Bei den Kindern der Diabetesschulung kam der überraschende Besuch gut an und sie staunten nicht schlecht über die Fähigkeiten des Tieres.

Die Behandlung von Diabetes mellitus Typ 1 bei Kindern und Jugendlichen ist einer der Schwerpunkte im breiten Leistungsspektrum der Klinik für Kinderheilkunde und Jugendmedizin am Ortenau Klinikum in Offenburg. Rund 90 junge Patienten im Alter von ein bis 18 Jahren werden mit einer entsprechenden Erkrankung zur Zeit dort betreut.