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Chirurgische Klinik des Ortenau Klinikums in Offenburg als Kompetenzzentrum für minimal-invasive Chirurgie ausgezeichnet

Die Fachklinik Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie des Ortenau Klinikums in Offenburg ist als Kompetenzzentrum für minimal-invasive Chirurgie ausgezeichnet worden.

Damit bescheinigt die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) das hohe Niveau der von den beiden Chirurgen Priv.-Doz. Dr. Uwe Pohlen und Dr. Bernhard Hügel geleiteten Fachklinik im Bereich besonders schonender Operationstechniken. Die Chirurgie in Offenburg ist die einzige Fachklinik im südbadischen Raum mit einer entsprechenden Zertifizierung. Landesweit gibt es jetzt insgesamt sechs dieser Zentren.
 
„Durch die Zertifizierung werden unsere jahrelange Praxis und Erfahrung sowie unsere ständigen Bemühungen im Bereich der minimal-invasiven Chirurgie zum Wohl einer besseren Patientenversorgung gewürdigt und bestätigt“, freuen sich die beiden Chefärzte. Denn mit der minimal-invasiven Chirurgie, vereinfacht auch als „Schlüsselloch-Chirurgie“ bezeichnet, hat sich einer der wohl größten medizinischen Fortschritte der vergangenen Jahre vollzogen. Hierbei verzichtet der Arzt auf große Schnitte und operiert mit Hilfe einer kleinen Kamera und hauchdünnem Hochpräzisions-Besteck. Für die Patienten hat das viele Vorteile: Die Operationswunde ist klein, heilt schneller und es bilden sich kaum sichtbare Narben. Zudem sind die Schmerzen nach einer Operation deutlich geringer und die Patienten gewinnen ihre Aktionsfähigkeit schneller und umfangreicher zurück.
In der Chirurgischen Klinik am Ortenau Klinikum in Offenburg wird die innovative Operationstechnik inzwischen im gesamten operativen Spektrum eingesetzt, sowohl stationär als auch ambulant. „Wir setzen modernste, sehr sanfte Operationsverfahren ein: minimal-invasiv, laparoskopisch und endoskopisch“, so die Chefärzte, die beide bei der Übernahme der Chirurgischen Klinik vor drei Jahren bereits eine außergewöhnliche Expertise im Bereich der minimal-invasiven Chirurgie (MIC) mitbrachten.
 Das breite minimal-invasive operative Spektrum umfasst neben den gängigen Eingriffen an der Gallenblase und dem Blinddarm in breitem Umfang auch Operationen am Dickdarm und Mastdarm im Rahmen des seit längerem gemeinsam mit dem Ortenau Klinikum in Lahr zertifizierten Darmzentrums. Darüber hinaus gehören Eingriffe am Dünndarm, an der Leber, der Milz, der Speiseröhre, am Magen, der Bauchspeicheldrüse wie auch an den Nebenschilddrüsen und den Nebennieren zum Repertoire. Dies betrifft sowohl bösartige und gutartige Tumore als auch chronische entzündliche Erkrankungen, Überfunktionen oder auch die Refluxerkrankung mit Sodbrennen. Bei manchen Eingriffen etwa an der Galle oder beim Leistenbruch werden bereits 95 Prozent aller Operationen minimal-invasiv durchgeführt.
 Die Qualität der minimal-invasiven Versorgung von Bauchwandbrüchen aller Art in der Chirurgischen Klinik Offenburg hat bereits zu der Auszeichnung der Deutschen Herniengesellschaft (DHG) durch das „DHG-Siegel Qualitätsgesicherte Hernienchirurgie“ geführt. Und auch bei der Behandlung des krankhaften Übergewichtes, der Adipositas-Chirurgie, wurde ebenfalls bereits eine beachtliche Anzahl von minimal-invasiven Operationen am Magen (Verkleinerungen und Umgehungen) durchgeführt. Auch in diesem Bereich baut die Klinik zurzeit ein Zentrum auf.
 Für die Zertifizierung musste die Klinik nicht nur die Zahl und Qualität der Eingriffe der vergangenen zwei Jahre nachweisen, sondern sich auch zu kontinuierlicher Qualitätssicherung und Fortbildung verpflichten. Ebenso muss die geforderte technische Ausstattung im OP vorhanden sein: Neben einem umfassenden Bestand an hochtechnisierten und miniaturisierten Spezialinstrumenten verfügt die Chirurgische Klinik des Ortenau Klinikums in Offenburg über mehrere sogenannte MIC-Türme, von denen zwei mit der geforderten HDTV-Technik sowie Spezialapparaten ausgestattet sind. Und schließlich erfüllt die Klinik auch die Voraussetzung einer intensiven Kooperation mit anderen Fachkliniken. So arbeiten die Chirurgen sehr eng mit der Gastroenterologie im Viszeralmedizinischen Zentrum, dem Darmzentrum sowie weiteren Fachkliniken und Zentren zusammen.
 
Um die Erfüllung der Zertifizierungskriterien zu beurteilen, hielt sich Professor Dr. Ernst Kraas, langjähriger Fachmann in der minimal-invasiven Chirurgie aus Berlin und Gutachter der Fachgesellschaft der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV), für zwei Tage in der Chirurgischen Klinik am Ortenau Klinikum in Offenburg auf und schaute den beiden Offenburger Chirurgen auch im OP über die Schulter. Sein positiver Eindruck der Fachklinik und der bescheinigten umfangreichen praktischen Erfahrungen der Ärzte führten schließlich zur erfolgreichen Zertifizierung.