×

Gengenbach: 07803 89-0
OG Ebertplatz: 0781 472-0
OG St. Josefsklinik: 0781 472-0

Aktuelles und Termine | Aktuelle Mitteilungen und Veranstaltungstermine im Überblick | Archiv Archivierte Mitteilung

Anspruchsvolle Augenoperation zum 100. Mal erfolgreich durchgeführt

Der Chefarzt der Augenklinik am Ortenau Klinikum Offenburg-Gengenbach, Privatdozent Dr. Konrad Hille, gibt Patientin mit Zahn-Knochen Keratoprothese das Augenlicht zurück

Verwaltungsdirektor Mathias Halsinger (r.) gratuliert Chefarzt Dr. Konrad Hille und Patientin Doris Wachmann zur erfolgreichen Operation. ©Ortenau Klinikum

Offenburg, 23. September 2016 - Der Chefarzt der Augenklinik am Ortenau Klinikum in Offenburg, Privatdozent Dr. Konrad Hille, hat kürzlich zum 100. Mal erfolgreich einen Hornhautersatz durchgeführt und damit einer 46-jährigen Patienten wieder zum Sehen verholfen. Anlässlich des Jubiläums gratulierte Verwaltungsdirektor Mathias Halsinger der Patientin und dem Chefarzt zu dem gelungenen Eingriff am Standort St. Josefsklinik. „Die erfolgreiche Operation zeigt erneut das hohe Niveau unserer medizinischen Leistungen“, so Halsinger, der der Patientin weiterhin gute Besserung wünschte.

Aufgrund eines schweren Tumorleidens hatte die Patienten Doris Wachmann eine Schädigung ihrer Hornhautoberfläche erlitten und war in den vergangenen zwei Jahren vollständig erblindet. In dieser Situation hatte die Wienerin Kontakt mit dem Offenburger Chefarzt aufgenommen. Dr. Hille ist einer von ganz wenigen Medizinern in Europa, die einen Hornhautersatz vornehmen können und war damit die einzige, aber vielversprechende Chance für die Österreicherin, das Augenlicht wiederzugewinnen.

Vor rund drei Monaten präparierte daraufhin Dr. Hille gemeinsam mit dem in Offenburg niedergelassenen Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen Dr. Jens Kuschnierz aus einer Zahnwurzel der Patientin eine sogenannte Keratoprothese. Diese pflanze Dr. Hille zunächst unter die Haut am Augenlid der Patienten. Mitte September setzte er dieses Implantat dann erfolgreich in das Auge ein. Bereits am Tag darauf konnte die Patientin wieder sehen. „Ich kann mein Smartphone wieder lesen und mich selbstständig zurechtfinden“, sagte Doris Wachmann nun beim Zusammentreffen mit Dr. Hille und Verwaltungsdirektor Halsinger. „Ich habe Glück und Lebensqualität zurückgewonnen“, freute sich die Wienerin, die die Arbeit der Ärzte und Pflegekräfte ausdrücklich lobte. Besondere Freude bereitete ihr, sich Bilder von ihrem Garten ansehen zu können, die ihr Angehörige nach Offenburg mitgegeben hatten.

Das von Medizinern als Zahn-Knochen Keratoprothese bezeichnete Verfahren wurde viele Jahre deutschlandweit nur von Privatdozent Dr. Hille durchgeführt, der rund zwei Drittel er Eingriffe in Offenburg vorgenommen hat. Inzwischen ist die Behandlung auch an der Uniklinik Düsseldorf wie auch der Uniklinik Basel möglich. In beiden Fällen hat Dr. Hille die dortigen Mediziner in das Verfahren eingewiesen. Darüber hinaus gibt es nur noch zwei weiter Kliniken in Europa, die das Verfahren anbieten.

„Ich habe mich als leitender Oberarzt der Augenklinik am Universitätsklinikum des Saarlandes seit 1993 mit Keratoprothesen beschäftigt“, berichtet Dr. Hille, der das Verfahren bei mehreren Studienaufenthalten in Rom erlernt und die erste Zahnprothese im Jahr 1994 an der Uniklinik in Homburg implantiert hat. Einige seiner ersten Patienten können auch nach 20 Jahren noch ein fast normales Leben führen, berichtet der Chefarzt.

Auch in Australien sind Augenärzte auf die erfolgreiche Arbeit von Dr. Hille aufmerksam geworden. In diesem Frühjahr waren bereits zwei Ärzte aus Sydney in Offenburg, um in einem Kurs die Methode kennenzulernen. Im Januar wird nun Dr. Hille nach Sydney reisen, um dort bei der ersten Zahn-Knochen Keratoprothese in Australien zu helfen.

Pressekontakt:
Privatdozent Professor h.c. (Twer) Dr. Konrad Hille, Telefon: 0781/472-2201 oder E-Mail: augenheilkunde@og.ortenau-klinikum.de