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Offenburger Mediziner betreut deutsches Nationalteam

Dr. Christian Haefele, Facharzt für Innere Medizin am Ortenau Klinikum Offenburg-Gengenbach, ist auch im neuen Betreuerteam der deutschen Fußball-Nationalmannschaft der Cerebral-Paretiker

Die Nationalmannschaft mit dem Betreuerteam in dunklen Trikots: Hintere Reihe: (v.l.n.r.) Co-Trainer Robert Fritsche, Trainer Conny Frank Fritsch, Physiotherapeut David Meiworm, Mannschaftsarzt Dr. Christian Haefele und Betreuer Jonas Becht. © Ortenau Klinikum

Offenburg, 4. Oktober 2017 – Die Kompetenz des Offenburger Mediziners Dr. Christian Haefele ist auch im neuen Betreuerteam der deutschen Fußball-Nationalmannschaft der Cerebral-Paretiker gefragt. Die vor rund drei Jahren vom Deutschen Behindertensportverbande (DBS) ins Leben gerufene Nationalelf, die bereits an internationalen Turnieren teilgenommen hat, wurde kürzlich neu aufgestellt. Künftig wird die Mannschaft von dem Nationaltrainerteam um Conny Frank Fritsch und Robert Fritzsche geleitet. Auch sechs neue Spieler kamen in die Mannschaft. Dr. Haefele, Leiter der Leistungsdiagnostik der Sportmedizin am Ortenau Klinikum Offenburg-Gengenbach und seit Beginn Mannschaftsarzt der Nationalelf, hat auch weiterhin die medizinische Betreuung des Teams inne.

Ein erstes Testspiel der neuen Mannschaft fand Anfang September gegen die Nationalelf Dänemarks in Hamburg statt und ging erfolgreich aus. Die deutsche Nationalmannschaft gewann das Spiel im Stadion des Bundesliga-Zweitligisten FC St. Pauli mit 11 zu1 Toren. „Dieses Mal hatten wir bei einem sehr einseitigen und von beiden Seiten sehr fairen Spiel gegen Dänemark keine größeren medizinischen Aufgaben zu lösen. Dafür gab es im Vorfeld einiges zu tun, da über die Hälfte der Spieler zum ersten Mal dabei waren“, so Dr. Haefele. Insbesondere galt es herauszufinden, in welche Klassifikationseinteilung die Spieler aufzunehmen waren. Denn für den offiziellen Spielbetrieb werden die Spieler nach Art und Ausprägung der Behinderung „klassifiziert“. Bei einem Spiel muss jeweils eine in den Regeln festgelegte Anzahl an Spielern aus den vier Klassifikations-Kategorien eingesetzt werden. Für den Teamarzt waren dazu das Studium einiger Arztbriefe und mit jedem Spieler individuell die Durchführung einiger, meist neurologischer, Tests nötig. „Die sehr enge und vertraute Arbeit, inzwischen schon seit drei Jahren, mit unserem Physiotherapeuten war in diesem Zusammenhang besonders hilfreich, da ja der Trainer und der Co-Trainer neu zum Team gestoßen waren. Vereinfachend war es, dass ich den Trainer als ehemaligen Spieler auch schon seit mehreren Jahren kannte“, so Dr. Haefele.

Cerebralparese bezeichnet Bewegungsstörungen aufgrund einer meist frühkindlichen Hirnschädigung oder als Folge eines Unfalls (Schädelhirntrauma) mit Auswirkung auf die Motorik. Der dauerhafte Krampfzustand betrifft Teile oder den ganzen Körper.

In Deutschland spielte der Fußball für Menschen mit Cerebralparese noch bis vor kurzem kaum eine Rolle. Das änderte sich erst, als die Bildungsakademie des Deutschen Behindertensportverbandes 2013 einen ersten Informationslehrgang organisierte und dabei die Gründung eines Nationalteams und deren Teilnahme an der Europameisterschaft in Portugal beschloss. Seitdem gibt es regelmäßig Lehrgänge, Länderspiele und Turnier-Teilnahmen.